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Deutschland hat die höchsten Strompreise in Europa

Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes, liegt Deutschland bei den europäischen Strompreisen erneut an der Spitze. Im Jahr 2019 hatte Deutschland die Position als Staat mit den höchsten Strompreisen in Europa von Dänemark übernommen. Im Jahr 2020 sind die Kosten nochmals gestiegen. Steuern, Abgaben und Umlagen machen hierbei etwa die Hälfte der Kosten für die Verbraucher aus, dagegen wird der Strom in Europa insgesamt günstiger.

Kleine Haushalte mit einem Stromverbrauch von 1200 Kilowattstunden mussten demnach im vergangenen Jahr 34,30 Cent je Kilowattstunde zahlen, 2019 waren es noch 33,49 Cent. Auch für größere Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden sei es deutlich teurer geworden. Sie zahlten den Angaben zufolge im Schnitt 30,43 Cent pro Kilowattstunde nach 29,83 Cent im Vorjahr.

Im europäischen Durchschnitt sind die Strompreise gesunken: Im Euroraum um 0,53 Cent auf 22,47 Cent je Kilowattstunde und in den Ländern der europäischen Union um 0,5 Cent auf 21,26 Cent.

Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft setzt sich der Strompreis aus Steuern, Abgaben und Umlagen mit einem Anteil von rund 51 Prozent am Haushaltsstrompreis zusammen. Der Anteil der Netzentgelte betrage 25 Prozent, Beschaffung und Vertrieb hätten einen Anteil von 24 Prozent.

Hackerangriff auf US-Pipeline

Die US-amerikanische Bundespolizei FBI hat am 10. Mai 2021 bestätigt, dass Colonial Pipeline von der Hacker-Gruppe „Dark Side“ angegriffen wurde.

Colonial liefert Benzin und andere Erdölprodukte in den Süden und Osten der USA. Die Pipeline gilt als die größte ihrer Art in den USA und transportiert fast die Hälfte des an der Ostküste verbrauchten Kraftstoffs. Jeden Tag fließen mehr als 2,5 Millionen Barrel (ein Barrel entspricht 159 Liter) Benzin, Diesel, Kerosin und andere Erdölprodukte durch die Rohrleitungen.

Auf ihrer Website haben sich die Hacker zu Wort gemeldet: „Unser Ziel ist Geld zu machen und nicht Probleme für die Gesellschaft“, so das Statement. Nach dem Hackerangriff auf die Pipeline, hat die Regierung in Washington den nationalen Notstand ausgerufen. Ziel sei es, „den sofortigen Transport von Benzin, Diesel, Kerosin und anderen Erdölprodukten sicherzustellen.“ Das gesamte Rohrleitungsnetz der Betreiberfirma Colonial musste vorübergehend stillgelegt werden.

Bei der Cyberattacke setzten die Angreifer nach Unternehmensangaben eine sogenannte Ransomware ein. Mit diesem Schadprogramm versuchen Hacker, Computersysteme zu sperren oder zu verschlüsseln und von den Nutzern Geld für die Freigabe der Daten zu erpressen.

Klimaschutz: „Es muss jetzt endlich mal Drive rein“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat für ehrgeizigere Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien geworben. Deren Ausbau gehe derzeit noch zu langsam voran.

Am 29. April 2021 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass im Klimaschutzgesetz ausreichende Vorgaben für die Reduktion der CO2-Emissionen ab 2031 fehlen. Das Gesetz sei teilweise verfassungswidrig, weil Lasten auf die Zeit nach 2030 verschoben und so die Freiheitsrechte der jungen Generation verletzt würden.

Die Bundesregierung kündigte daraufhin an, ein rasch überarbeitetes Gesetz auf den Weg bringen zu wollen. Allerdings solle der Klimaschutz die Wirtschaft nicht „abwürgen“. Schulze fordert ehrgeizigere Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien. So müsse die CO2-Umlage stärker auf die Vermieter konzentriert und die CO2-Kennzeichnung von PKWs tranparenter gestaltet werden.

Am 6. Mai 2021 findet ein virtuelles Treffen mit Umweltministern und anderen Regierungsvertretern aus ca. 40 Staaten statt, deren Ziel es ist, sich über den Stand internationaler Verhandlungen auszutauschen und die UNO-Klimakonferenz im November in Glasgow vorzubereiten.

 

RWE: Verkauf des Hambacher Forstes möglich

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hatte eine Umwandlung des Forstes in einen Staatswald ins Gespräch gebracht.

RWE  kann sich unter Bedingungen einen Verkauf des Hambacher Forstes an das Land Nordrhein-Westfalen vorstellen. Konzernchef Rolf-Martin Schmitz signalisierte langfristig Gesprächsbereitschaft, den ca. 200 Hektar großen Wald für einen einstelligen Millionenbetrag zu verkaufen, wenn die Rekultivierung des angrenzenden Tagebaus Hambach abgeschlossen sei.

Der Hambacher Forst , ursprünglich ca. 500 Hektar groß, ist ein Wald zwischen Köln und Aachen, der seit den 1970er Jahren vom Energieversorger RWE zur Erweiterung seines Hambacher Braunkohle-Tagebaus gerodet wird. Er gilt als Symbol des Widerstands der Anti-Kohlekraft-Bewegung gegen die Umweltzerstörung und Klimaschädigung durch die Kohlewirtschaft, sowie des bevorstehenden Kohleausstiegs als Teil der Energiewende.

Im Januar 2020 wurde der Erhalt des Hambacher Forstes bei einem Spitzentreffen der Bundesregierung und der vier vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländer vereinbart.

 

Stromverbindung Nordlink geht in Betrieb

Die Stromverbindung Nordlink zwischen Norwegen und Deutschland ist nach vier Monaten Probebetrieb offiziell übergeben worden und damit in den Regelbetrieb gegangen. Wie Netzbetreiber Tennet mitteilte, soll die „längste Seekabel-Stromverbindung der Welt“ künftig dafür sorgen, dass überschüssiger Windstrom aus Deutschland in norwegischen Pumpspeicherkraftwerken gespeichert werden kann. Ist Strom hierzulande knapp, soll die Energie zurückfließen.

Nordlink ist ein Seekabel durch die Nordsee, dass die Stromnetze Norwegens und Deutschlands verbindet und damit den Austausch elektrischer Energie ermöglicht. Betrieben wird das Projekt vom norwegischen Statnett, dem deutschen Netzbetreiber Tennet sowie der staatlichen Förderbank KfW,

Der Energieaustausch über das Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssystem (HGÜ), soll die Versorgungssicherheit sowohl für das deutsche, als auch für das norwegische Stromnetz erhöhen, indem Strom vor allem aus Wasserkraft und Wind transportiert wird.

Bundesrechnungshof übt scharfe Kritik am energiepolitischen Kurs von Altmeier

Der Rechnungshof rügt die Energiepolitik von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier. Neben den zu hohen Kosten für die Energiewende, werden auch die zu hohen Strompreise für Privatleute und kleine Betriebe bemängelt.

Während Großverbraucher in der Industrie moderate Preise für Strom zahlen, liegen die Preise für Privathaushalte oder kleinere Unternehmen um bis zu 40Prozent über dem EU-Durchschnitt. Damit seien die Strompreise die höchsten in Europa. Der Bundesrechnungshof spricht sich daher für eine grundlegende Reform der staatlichen Abgaben aus, andernfalls drohe die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands Schaden zu nehmen, bzw. die Akzeptanz für die Energiewende sinken.

Auch hinsichtlich der Versorgungssicherheit sieht der Rechnungshof Nachholbedarf. Durch das Abschalten von Kohle-und Atomkraftwerken drohe ein Engpass in der Versorgung von mehr als fünf Gigawatt an Leistung, was laut dem Bericht der Prüfer etwa vier großen Kohlekraftwerken entspricht.

Das Wirtschaftsministerium widerspricht dem klar: Die Versogungssicherheit Deutschlands sei „umfassend gewährleistet“ und im internationalen Vergleich „sehr hoch“. Laut Statistik liegt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung im vergangenen Jahr bei 12,20 Minuten – laut Wirtschaftsministerium der geringste Wert seit 2006. Damals hatte die durchschnittliche Zeit von Lücken in der Stromversorgung an die 21,5 Minuten gelegen.

Milliarden-Entschädigung von AKW-Betreibern nimmt nächste Hürde

Nach der Einigung der Bundesregierung mit den Konzernen RWE, Vattenfall, Eon/PreussenElektra und EnBW auf eine Entschädigungssumme in Höhe von ca. 2,4 Milliarden Euro Anfang März, hat nun das Bundeskabinett einen Entwurf zur Änderung des Atomgesetzes beschlossen. Dieser Entwurf  regelt somit den finanziellen Ausgleich für die vom Atomausstieg betroffenen Energiekonzerne. Hierdurch ist der jahrelange Rechtsstreit mit den Energieversorgern beigelegt, die im Gegenzug alle Klagen zurückziehen sollen.

Die Summe soll den Schaden ausgleichen, der den AKW-Betreibern durch den vorzeitigen Atomausstieg 2011 und die ein Jahr zuvor noch beschlossene Laufzeitverlängerung  entstanden ist. Der Entwurf regelt auch den Ausgleich der Betreiber für unverwertbare Strommengen und umsonst getätigte Investitionen.

Das Gesetz wird vom Bundestag und Bundesrat beraten und soll gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Vertrag am 31.Oktober 2021 in Kraft treten.

RWE beendet Geschäftsjahr 2020 besser als erwartet

Der Vorstand der RWE AG , Rolf Martin Schmitz und Markus Krebber, zeigten sich im Rahmen der Bilanzpressekonferenz zufrieden mit der Bilanz für 2020.

Zum Schluss der Ära Schmitz ist der Energiekonzern wieder in der Gewinnzone, investiert in erneuerbare Energien und der Aktienkurs ist hoch. Im vergangenen Jahr hat RWE einen bereinigten Nettogewinn von 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. “ Das vergangene Geschäftsjahr ist für RWE hervorragend gelaufen – trotz der herausfordernden Coronakrise.“, erklärte Noch-Konzernchef Schmitz, der den Vorstandsvorsitz Ende April an Finanzchef Markus Krebber abgeben wird.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag 2020 bei 3,2 Milliarden Euro. Das Management hatte zuvor mit maximal 3 Milliarden Euro gerechnet. Die Dividende soll im laufenden Jahr erhöht werden: Für 2021 sollen die Aktionäre je Aktie 90 Cent , für das vergangene Jahr 85 Cent erhalten.

Schmitz fügte an, dass das Unternehmen “ wohl unter dem Vorjahr abschließen“ werde. Hauptgrund hierfür sind hohe Belastungen infolge des extremen Kälteeinbruchs in Texas im Februar, die zu Ausfällen von Wind-und Solarparks im RWE-Portefolio führten: Die bereits am Terminmarkt verkauften Strommengen musste RWE dann teuer beschaffen. Im Endeffekt entstanden Verluste von mehr als 400 Millionen Euro.

Die Bilanz bildet erstmals  den Austausch der Geschäftsfelder mit dem füheren Rivalen Eon komplett ab. RWE hatte von Eon und seiner Tochter Innogy die erneuerbaren Energien übernommen.

Der RWE-Chef hob die Stilllegung der letzten Steinkohlekraftwerke, sowie im Zuge des deutschen Kohleausstiegs, das Abschalten des letzten Braunkohleblocks hervor. Gleichzeitig habe RWE Milliarden in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert. Somit sei der Konzern dem Ziel bis 2040 klimaneutral zu werden, einen großen Schritt näher gekommen.

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht RWE dagegen schlecht vorbereitet auf die neuen Energiemärkte. Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid betonte: „Den  radikalen Strategieschwenk vom Klimakiller zum Öko-Unternehmen, nehmen wir RWE nicht ab.“

VW plant sechs „Gigafabriken“ mit eigener Batteriezellenproduktion

Europas größter Autokonzern will nicht mehr von Zulieferern abhängig sein. Aus diesem Grund will der VW-Konzern bis 2030 sechs Fabriken zur Fertigung von Batteriezellen aufbauen. Außerdem soll ein europaweites Netz von Schnelllade-Stationen für Elektroautos vergrößert werden. Geplant ist deren Anzahl auf 1800 zu verfünffachen.

Der Autobauer kündigte an, gemeinsam mit Partnern, die zunehmend nachgefragten Batterien für seine Elektroautos in eigens errichteten „Gigafabriken“ in Europa zu fertigen. Bis 2030 sollen sechs solcher Werke  in Betrieb genommen werden, die ersten im schwedischen Skellefta sowie im niedersächsischen Salzgitter. Wo die vier anderen Werke entstehen werden, steht noch nicht fest. In Salzgitter soll ab 2025 eine Batteriezelle für das Volumensegment produziert  und Innovationen in Prozess, Design und Chemie entwickelt werden. In Schweden sollen von 2023 gemeinsam mit der Partnerfirma Northvolt Einheitsbatterien für das Premium-Segment gebaut werden.

Laut den Planungen könnten die Gigafabriken Batteriezellen mit einem Gesamtenergiegehalt von 240 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr herstellen.

Der Auf-und Ausbau eigener Produktionkapazitäten bei Bauteilen für Elektromodelle, ist in der Auutobranche ein wichtiges Thema. Die Hersteller müssen mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in die jeweilige Flotte bringen, um die verschärften Klimaziele einhalten zu können. Gleichzeitig gibt es Engpässe bei den nötigen Batteriezellen und eine Abhängigkeit von Zulieferern aus Asien, insbesondere von China, Südkorea und Japan. Für das Gesamtprogramm will VW in Europa bis 2025 rund 400 Millionen Euro investieren.

 

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Eigene Funkfrequenzen für Energieversorger

Die Bundesnetzagentur erteilte am heutigen Dienstag, der von über 200 Unternehmen getragenen 450connect GmbH, den Zuschlag für die Nutzung der 450-Megahertz-Frequenzen. Hiermit konnten sich die deutschen Energieversorger, die unbedingt eine eigene Funkfrequenz haben wollten, durchsetzen. Mit den Frequenzen soll kosteneffizient ein ausfallsicheres Funknetz aufgebaut werden, welches bei der Digitalisierung in der Energiewende helfen soll, etwa für den Anschluss intelligenter Stromzähler, der sogenannte Smart-Meter.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann betonte, dass mit den 450 Megahertz-Frequenzen kosteneffizient ein ausfallsicheres Funknetz aufgebaut wird. Zu 450connect gehören Eon als Deutschlands größter Betreiber von Energienetzen, zahlreiche Regionalversorger, Stadtwerke  sowie der größte niederländische Energienetzbetreiber Alliander.

Connect450 teilte mit, dass die digitale Kommunikationsinfrastruktur mit rund 1600 Funkstandorten bis Ende 2024 in Betrieb genommen werden soll. Netzbetreiber hätten dann die Möglichkeit, Energieerzeugung,-transport,und-verbrauch in Echtzeit zu kontrollieren und bei Bedarf zu steuern.

Die Vergabe der Frequenzen hatte auch die Polizei und andere Sicherheitskräfte für sich beansprucht. Sie sollen nun die Frequenzen, die die Energiewirtschaft nicht benötigt, nachrangig nutzenkönnen.

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