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Stromverbindung Nordlink geht in Betrieb

Die Stromverbindung Nordlink zwischen Norwegen und Deutschland ist nach vier Monaten Probebetrieb offiziell übergeben worden und damit in den Regelbetrieb gegangen. Wie Netzbetreiber Tennet mitteilte, soll die „längste Seekabel-Stromverbindung der Welt“ künftig dafür sorgen, dass überschüssiger Windstrom aus Deutschland in norwegischen Pumpspeicherkraftwerken gespeichert werden kann. Ist Strom hierzulande knapp, soll die Energie zurückfließen.

Nordlink ist ein Seekabel durch die Nordsee, dass die Stromnetze Norwegens und Deutschlands verbindet und damit den Austausch elektrischer Energie ermöglicht. Betrieben wird das Projekt vom norwegischen Statnett, dem deutschen Netzbetreiber Tennet sowie der staatlichen Förderbank KfW,

Der Energieaustausch über das Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssystem (HGÜ), soll die Versorgungssicherheit sowohl für das deutsche, als auch für das norwegische Stromnetz erhöhen, indem Strom vor allem aus Wasserkraft und Wind transportiert wird.

Bundesrechnungshof übt scharfe Kritik am energiepolitischen Kurs von Altmeier

Der Rechnungshof rügt die Energiepolitik von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier. Neben den zu hohen Kosten für die Energiewende, werden auch die zu hohen Strompreise für Privatleute und kleine Betriebe bemängelt.

Während Großverbraucher in der Industrie moderate Preise für Strom zahlen, liegen die Preise für Privathaushalte oder kleinere Unternehmen um bis zu 40Prozent über dem EU-Durchschnitt. Damit seien die Strompreise die höchsten in Europa. Der Bundesrechnungshof spricht sich daher für eine grundlegende Reform der staatlichen Abgaben aus, andernfalls drohe die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands Schaden zu nehmen, bzw. die Akzeptanz für die Energiewende sinken.

Auch hinsichtlich der Versorgungssicherheit sieht der Rechnungshof Nachholbedarf. Durch das Abschalten von Kohle-und Atomkraftwerken drohe ein Engpass in der Versorgung von mehr als fünf Gigawatt an Leistung, was laut dem Bericht der Prüfer etwa vier großen Kohlekraftwerken entspricht.

Das Wirtschaftsministerium widerspricht dem klar: Die Versogungssicherheit Deutschlands sei „umfassend gewährleistet“ und im internationalen Vergleich „sehr hoch“. Laut Statistik liegt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung im vergangenen Jahr bei 12,20 Minuten – laut Wirtschaftsministerium der geringste Wert seit 2006. Damals hatte die durchschnittliche Zeit von Lücken in der Stromversorgung an die 21,5 Minuten gelegen.

Milliarden-Entschädigung von AKW-Betreibern nimmt nächste Hürde

Nach der Einigung der Bundesregierung mit den Konzernen RWE, Vattenfall, Eon/PreussenElektra und EnBW auf eine Entschädigungssumme in Höhe von ca. 2,4 Milliarden Euro Anfang März, hat nun das Bundeskabinett einen Entwurf zur Änderung des Atomgesetzes beschlossen. Dieser Entwurf  regelt somit den finanziellen Ausgleich für die vom Atomausstieg betroffenen Energiekonzerne. Hierdurch ist der jahrelange Rechtsstreit mit den Energieversorgern beigelegt, die im Gegenzug alle Klagen zurückziehen sollen.

Die Summe soll den Schaden ausgleichen, der den AKW-Betreibern durch den vorzeitigen Atomausstieg 2011 und die ein Jahr zuvor noch beschlossene Laufzeitverlängerung  entstanden ist. Der Entwurf regelt auch den Ausgleich der Betreiber für unverwertbare Strommengen und umsonst getätigte Investitionen.

Das Gesetz wird vom Bundestag und Bundesrat beraten und soll gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Vertrag am 31.Oktober 2021 in Kraft treten.

RWE beendet Geschäftsjahr 2020 besser als erwartet

Der Vorstand der RWE AG , Rolf Martin Schmitz und Markus Krebber, zeigten sich im Rahmen der Bilanzpressekonferenz zufrieden mit der Bilanz für 2020.

Zum Schluss der Ära Schmitz ist der Energiekonzern wieder in der Gewinnzone, investiert in erneuerbare Energien und der Aktienkurs ist hoch. Im vergangenen Jahr hat RWE einen bereinigten Nettogewinn von 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. “ Das vergangene Geschäftsjahr ist für RWE hervorragend gelaufen – trotz der herausfordernden Coronakrise.“, erklärte Noch-Konzernchef Schmitz, der den Vorstandsvorsitz Ende April an Finanzchef Markus Krebber abgeben wird.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag 2020 bei 3,2 Milliarden Euro. Das Management hatte zuvor mit maximal 3 Milliarden Euro gerechnet. Die Dividende soll im laufenden Jahr erhöht werden: Für 2021 sollen die Aktionäre je Aktie 90 Cent , für das vergangene Jahr 85 Cent erhalten.

Schmitz fügte an, dass das Unternehmen “ wohl unter dem Vorjahr abschließen“ werde. Hauptgrund hierfür sind hohe Belastungen infolge des extremen Kälteeinbruchs in Texas im Februar, die zu Ausfällen von Wind-und Solarparks im RWE-Portefolio führten: Die bereits am Terminmarkt verkauften Strommengen musste RWE dann teuer beschaffen. Im Endeffekt entstanden Verluste von mehr als 400 Millionen Euro.

Die Bilanz bildet erstmals  den Austausch der Geschäftsfelder mit dem füheren Rivalen Eon komplett ab. RWE hatte von Eon und seiner Tochter Innogy die erneuerbaren Energien übernommen.

Der RWE-Chef hob die Stilllegung der letzten Steinkohlekraftwerke, sowie im Zuge des deutschen Kohleausstiegs, das Abschalten des letzten Braunkohleblocks hervor. Gleichzeitig habe RWE Milliarden in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert. Somit sei der Konzern dem Ziel bis 2040 klimaneutral zu werden, einen großen Schritt näher gekommen.

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht RWE dagegen schlecht vorbereitet auf die neuen Energiemärkte. Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid betonte: „Den  radikalen Strategieschwenk vom Klimakiller zum Öko-Unternehmen, nehmen wir RWE nicht ab.“

VW plant sechs „Gigafabriken“ mit eigener Batteriezellenproduktion

Europas größter Autokonzern will nicht mehr von Zulieferern abhängig sein. Aus diesem Grund will der VW-Konzern bis 2030 sechs Fabriken zur Fertigung von Batteriezellen aufbauen. Außerdem soll ein europaweites Netz von Schnelllade-Stationen für Elektroautos vergrößert werden. Geplant ist deren Anzahl auf 1800 zu verfünffachen.

Der Autobauer kündigte an, gemeinsam mit Partnern, die zunehmend nachgefragten Batterien für seine Elektroautos in eigens errichteten „Gigafabriken“ in Europa zu fertigen. Bis 2030 sollen sechs solcher Werke  in Betrieb genommen werden, die ersten im schwedischen Skellefta sowie im niedersächsischen Salzgitter. Wo die vier anderen Werke entstehen werden, steht noch nicht fest. In Salzgitter soll ab 2025 eine Batteriezelle für das Volumensegment produziert  und Innovationen in Prozess, Design und Chemie entwickelt werden. In Schweden sollen von 2023 gemeinsam mit der Partnerfirma Northvolt Einheitsbatterien für das Premium-Segment gebaut werden.

Laut den Planungen könnten die Gigafabriken Batteriezellen mit einem Gesamtenergiegehalt von 240 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr herstellen.

Der Auf-und Ausbau eigener Produktionkapazitäten bei Bauteilen für Elektromodelle, ist in der Auutobranche ein wichtiges Thema. Die Hersteller müssen mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in die jeweilige Flotte bringen, um die verschärften Klimaziele einhalten zu können. Gleichzeitig gibt es Engpässe bei den nötigen Batteriezellen und eine Abhängigkeit von Zulieferern aus Asien, insbesondere von China, Südkorea und Japan. Für das Gesamtprogramm will VW in Europa bis 2025 rund 400 Millionen Euro investieren.

 

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Eigene Funkfrequenzen für Energieversorger

Die Bundesnetzagentur erteilte am heutigen Dienstag, der von über 200 Unternehmen getragenen 450connect GmbH, den Zuschlag für die Nutzung der 450-Megahertz-Frequenzen. Hiermit konnten sich die deutschen Energieversorger, die unbedingt eine eigene Funkfrequenz haben wollten, durchsetzen. Mit den Frequenzen soll kosteneffizient ein ausfallsicheres Funknetz aufgebaut werden, welches bei der Digitalisierung in der Energiewende helfen soll, etwa für den Anschluss intelligenter Stromzähler, der sogenannte Smart-Meter.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann betonte, dass mit den 450 Megahertz-Frequenzen kosteneffizient ein ausfallsicheres Funknetz aufgebaut wird. Zu 450connect gehören Eon als Deutschlands größter Betreiber von Energienetzen, zahlreiche Regionalversorger, Stadtwerke  sowie der größte niederländische Energienetzbetreiber Alliander.

Connect450 teilte mit, dass die digitale Kommunikationsinfrastruktur mit rund 1600 Funkstandorten bis Ende 2024 in Betrieb genommen werden soll. Netzbetreiber hätten dann die Möglichkeit, Energieerzeugung,-transport,und-verbrauch in Echtzeit zu kontrollieren und bei Bedarf zu steuern.

Die Vergabe der Frequenzen hatte auch die Polizei und andere Sicherheitskräfte für sich beansprucht. Sie sollen nun die Frequenzen, die die Energiewirtschaft nicht benötigt, nachrangig nutzenkönnen.

Bund zahlt Energiekonzernen 2,4 Milliarden Euro

Als Entschädigung für den raschen Atomausstieg 2011 infolge des Reaktorunglücks von Fukushima, will die Bundesregierung den Energiekonzernen RWE, Vattenfall, E.ON/PreussenElektra und EnBW 2,43 Milliarden Euro zahlen. Mit dieser Summe sollen entgangene Gewinne und umsonst getätigte Investitionen ausgeglichen werden. Ein zehn Jahre andauernder Rechtsstreit geht mit der Vereinbarung somit zu Ende.

Den größten Teil der Entschädigung erhält mit 1,425 Milliarden Euro Vattenfall, 880 Millionen RWE, 80 Millionen EnBW und 42,5 Millionen gehen an E.ON/PreussenElektra. Die Bundesrepublik kommt hiermit einer Verpflichtung nach, die ihr das Bundesverfassungsgericht 2016 auferlegt hat.

Die Ministerien für Umwelt, Finanzen und Wirtschaft teilten mit, dass mit dieser Einigung alle bestehenden Rechtsstreitigkeiten beigelegt sind, auch die Klage von Vattenfall vor dem internationalen Schiedsgericht der Weltbank (ICSID), mit der der Konzern ursprünglich sechs Milliarden Euro Entschädigung erwirken wollte.

Die Konzerne müssen der Vereinbarung allerdings noch zustimmen. Anschließend soll ein Vertrag verankert und dem Bundestag übermittelt werden. Die endgültige Regelung soll dann mit einem neuen Gesetz in Kraft treten.

EU prüft Entschädigung des Braunkohle-Ausstiegs

Die Wettbewerbshüter der EU prüfen die Entschädigung des Bundes in Höhe von 4,35 Milliarden Euro an die Kraftwerksbetreiber RWE und Leag (Lausitz Energie AG) , für den Ausstieg aus der Braunkohle.

Für Deutschlands größten Stromerzeuger RWE sind 2,6 Milliarden Euro vorgesehen, für Leag 1,75 Milliarden Euro. Sie sollen damit für entgangene Gewinne und zusätzliche Tagebaufolgekosten entschädigt werden. Der Bundestag hatte im Januar einen entsprechenden Vertrag gebilligt, nachdem Bundestag und Bundesrat im Juli 2020 den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 besiegelt hatten, um den CO2-Ausstoß zu senken.

Die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager erklärte, dass der schrittweise Braunkohle -Ausstieg zu dem EU-Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft zwar beitrage, allerdings müsse die Kommission aber sicherstellen, „dass der Ausgleich, der den Anlagebetreibern für den vorzeitigen Ausstieg gewährt wird, auf das erforderliche Mindestmaß beschränkt wird“.

Brüssel zweifelt nun an den übermittelten Informationen zur Berechnungsgrundlage, insbesondere an bei Leag.

Das Freiburger Ökoinstitut hatte bereits kurz nach dem Entschädigungsbeschluss geschätzt, dass die Entschädigungen um bis zu 2 Milliarden zu hoch ausfallen könnten.

Nord Stream 2 verliert weitere deutsche Unternehmen

Die Liste der Firmen, die das Gas-Pipelineprojekt Nord Stream 2 wegen der US- Sanktionen verlassen, wird länger. Die meisten davon sind Versicherungskonzerne, wie beispielweise die Munich Re Syndicate Ltd., die der Projektgesellschaft jetzt gekündigt hat und somit die weiteren Projekte der Pipeline nicht mehr versichern wird.

Die angedrohten Sanktionen der US-Regierung gegen die Ostseepipeline scheinen hiermit zu wirken. In einem Bericht des US-Außenministeriums an den Kongress am vergangenen Freitag heißt es, dass sich bereits 18 Unternehmen aus dem Projekt zurückgezogen hätten. Stichtag hierfür war der 31. Januar 2021. Firmen, die danach direkt oder indirekt beteiligt sind, müssen weiterhin Sanktionen befürchten.

Aral beschleunigt Ausbau von Ultraschnelllade-Säulen

Die BP-Tochter Aral will das Netz mit ultraschnellen E-Ladesäulen unter dem neuen Namen „Aral pulse“ schneller ausbauen, als bislang geplant. Bis zum Jahresende sollen 500 Ladepunkte mit bis zu 250 Kilowatt Ladeleistung an über 120 Aral Tankstellen in Betrieb gehen. Wie Aral Vorstand Patrick Wendeler berichtet, soll die Anzahl der Ladepunkte in diesem Jahr verfünffacht werden. „Angesichts der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ist die Zeit reif, auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur zu beschleunigen.“, so Patrick Wendeler.

Aral vereint ab sofort alle Aktivitäten im Bereich der E-Mobilität unter dem neuen Namen Aral pulse. Das Herzstück des neuen Aral pulse Logos ist ein Elektron in Bewegung. Die Ladesäulen erhalten dieses neue Design und heben sich somit optisch von den Tanksäulen ab. Bereits installierte Schnelllader werden in den nächsten Wochen auf das neue Erscheinungsbild umgestaltet. Für Flottenkunden entwickelt Aral mit der Aral Fuel & Charge Karte Lösungen für die gewerbliche E-Mobilität vom Zugang zum öffentlichen Ladenetz bis hin zum Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur sowie einer App.

Bis Ende Februar will das Unternehmen 100 Ladepunkte an 25 Tankstellen in Eigenregie in Betrieb nehmen. Diese sollen 100 Prozent Ökostrom liefern und je nach Standort über eine Ladeleistung von bis zu 300 oder 350 Kilowatt verfügen. Laut Aral soll ein Fahrzeug mit entsprechender Akkutechnik, innerhalb von 10 Minuten Strom für eine Reichweite von bis zu 350 Km laden können. Dies entspricht einer Autofahrt ohne Zwischenstopp von Bochum nach Hamburg.

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche einen Gesetzentwurf  auf den Weg gebracht, mit dem der Ausbau eines Schnellladenetzes vorangetrieben werden soll. Geplant sind 1000 Schnellladehubs mit jeweils mehreren Ladepunkten bis zum Jahr 2023. Die Stationen sollen eine Leistung von mehr als 150 Kilowatt haben. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums gibt es aktuell ca. 800 Ladepunkte über 150 Kilowatt, etwa 2,4 Prozent der gesamten öffentlich zugänglichen Ladepunkte.

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