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Vorzeitiges Aus Für Nord Stream 2?

Fast genau ein Jahr nachdem der Bau von Nord Stream 2 infolge der US-Sanktionen vorläufig gestoppt wurde, hat ein erstes Unternehmen seinen Rückzug erklärt. Der norwegische Beratungs-und Zertifizierungsspezialist Det Norske Veritas-Germanischer Lloyd (DNV-GL) stellt die Zusammenarbeit mit den Ersatzschiffen aus Russland ein. Die russischen Schiffe sollten die Arbeiten beenden, die die europäischen Spezialschiffe abgebrochen haben, da den Betreibern das Risiko zu groß war, ins Visier der US-Behörden zu geraten.

DNV-GL wurde von Nord Stream 2 mit der Zertifizierung der Pipeline beauftragt. Das Unternehmen ist zu dem Schluss gekommen, dass die Überprüfungsarbeiten hinbsichtlich der Schiffe und der Ausrüstung für das Projekt Nord Stream 2 nach der neuen US-Regelung sanktionierbar seien. Hintergrund sind verschärfte Sanktionen, auf die sich der US-Kongress vor kurzem verständigt hatte, und die auch noch 2020 beschlossen werden sollen. Diese Sanktionen richten sich nicht mehr nur gegen Firmen, die die Pipeline verlegen, sondern auch gegen Versicherer und Zertifizierungsfirmen, die mit dem Projekt zu tun haben.

Damit rückt ein Aus der milliardenschweren Ostsee-Pipeline näher, denn ohne Zertifikat kann die Pipeline nicht in Betrieb gehen. Nord Stream 2 und Gazprom müssen schnellstmöglich eine andere Firma finden, die die Zertifizierung übernehmen kann.

Entech-Pionier Octopus Energy startet europäische Expansion in Deutschland

Der britische Ökostrom-und Ökogasanbieter Octopus Energy plant in Deutschland ebenso schnell zu wachsen, wie in Großbritannien. Bis 2024 soll eine Million Kunden erreicht werden. Ziel ist es den Energiemarkt zu revolutionieren und den Verbrauchern günstige Ökostrom-und Gastarife, innovative Tarife und Kundenservive zu bieten. Das Unternehmen wird direkt zum Start 80 Millionen Euro investieren.

Octopus Energy wurde 2016 gegründet, um mithilfe von Technologie die Energiewende zu beschleunigen. Der Anbieter Erneuerbarer Energien, ist das am schnellsten wachsende Privatunternehmen Großbritanniens und versorgt 1,7 Millionen Kunden. Nach der letzten Finanzierungsrunde im April 2020 stieg die Bewertung der Firma auf 1,5 Milliarden Euro.

Das Münchner Energie-Startup 4hundred, das nun als Octopus Energy Germany agiert, wurde von Octopus Energy im September 2019 übernommen. Der Einstieg in den deutschen Markt ist der nächste große Schritt in der internationalen Expansion von Octopus Energy und folgt auf die jüngsten Markteintritte in den USA und Australien.

Greg Jackson, Gründer und Geschäftsführer von Octopus Energy will, nach eigenen Angaben, auch in Deutschland innovative Grünstromtarife für neue Stromverbrauchsprofile anbieten. Desweiteren maßgeschneiderte Tarife für E-Autofahrer.

Das Herzstück von Octopus Energy ist die cloud-basierte Technologieplattform Kraken, die vor allem darauf ausgelegt ist, das intelligente Stromnetz („Smart Grid“) auzubauen und Kunden Zugang zu günstigerem Strom zu ermöglichen, wenn mehr erneuerbarer Strom im Netz ist.

RWE verkauft 49 % der Anteile am britischen Offshore-Windpark Humber Gateway an Greencoat

RWE hat mit der Investmentgesellschaft Greencoat eine Vereinbarung über den Verkauf eines 49 prozentigen Anteils am britischen Offshore-Windpark Humber Gateway unterzeichnet. Die Vertragsparteien haben eine Barzahlung in Höhe von 648 Millionen Britische Pfund vereinbart. Der Verkauf ist Teil des Kapitalrotationsprogramms von RWE. Der Erlös wird zur Finanzierung des weiteren Wachstums im Bereich Erneuerbare Energien verwendet.

Greencoat ist ein in Großbritannien ansässiger Investmentmanager, dessen Fonds in bestehende britische Windparks und andere Projekte im Bereich Erneuerbare Energien investieren. Das Unternehmen ist bereits an anderen Anlagen von RWE beteiligt.

Laut RWE bietet Großbritannien ein großes Wachstumspotenzial für Investitionen in Windenergie, da es sich ehrgeizige Ausbauziele für Erneuerbare Energien gesetzt habe. Großbritannien spielt auch eine Schlüsselrolle in der Strategie von RWE, das Geschäft mit Erneuerbaren Energien auszubauen und bis 2040 klimaneutral zu werden. Bis Ende 2022 will RWE ihr Erneuerbares Energien- Portfolio auf mehr als 13 Gigawatt Nettokapazität ausbauen und hierfür 5 Milliarden Euro investieren.

Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats der RWE AG und wird bis Mitte Dezember erwartet.

 

Gaspeiserhöhungen bei Grundversorgern

Verbraucher müssen mit steigenden Kosten rechnen, da 75 Gasgrundversorger 2021 ihre Preise erhöhen, oder bereits Preiserhöhungen vorgenommen haben. Für einen Musterhaushalt (Verbrauch:20 000 kWh) entstehen somit Mehrkosten von durchschnittlich 105 Euro im Jahr. Vier Grundversorger senken ihre Gaspreise um durchschnittlich 2,1 Prozent. Von diesen Preissenkungen profitieren rund 35.000 Haushalte. Die Preisspanne zwischen Gasgrundversorgern und Alternativanbietern ist besonders groß: Während Verbraucher in der Grundversorgung aktuell für 20.000 kWh Gas im Schnitt 1.424 Euro zahlen, müssten sie bei den Alternativanbietern für die gleiche Menge nur 940 Euro zahlen, dies entspricht 34 Prozent weniger.

Wenn Verbraucher aus der teuren Grundversorgung in einen günstigeren Alternativtarif wechseln, sparen sie derzeit demnach mehr als ein Drittel der Kosten.

Vattenfall gewinnt mit Klage vor dem Bundeserfassungsgericht

Nach einer Klage des Energiekonzerns Vattenfall, erklärte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, die für den beschleunigten Atomausstieg formulierte Gesetzesänderung, welche den Anspruch auf Entschädigung regelt, für teilweise „unzumutbar“. Die Gesetzesänderung von 2018 sei unzureichend und außerdem wegen formaler Mängel nie in Kraft getreten. Somit ist der Gesetzgeber verpflichtet das Gesetz neu zu regeln.

Infolge des Reaktorunglücks in Fukushima, hatte die Bundesregierung 2011, für die 17 deutschen Kernkraftwerke, eine nur wenige Monate zuvor beschlossene Laufzeit-Verlängerung zurückgenommen. Bis spätestens Ende 2022 soll Schluss mit der Atomkraft sein,   jetztdann müssen alle Meiler vom Netz.

2016 hatte das Bundesverfassungsgericht nach Klage von Eon, RWE und Vattenfall geurteilt, dass die Gesetzesnovelle, die diese Kehrtwende besiegelt, im Wesentlichen mit dem Grundgesetz vereinbar war, dass den Energiekonzernen aber für sinnlos gewordene Investitionen und verfallene Produktionsrechte ein angemessener Ausgleich zusteht.

Die Karlsruher Richter entschieden jetzt, dass die gesetzlichen Regelungen bzgl,der Ausgleichszahlung in Teilen „unzumutbar“ sei und das Inkrafttreten von der Zustimmung der EU-Kommission abhängig gemacht war. Diese Zustimmung ist allerdings nie erteilt worden.

Der schwedische Konzern Vattenfall klagt wegen des Atomausstiegs auch beim internationalen Schiedsgericht in Washington. Vattenfall fordert mehrere Milliarden Euro, wegen der dauerhaften Stilllegung der Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel.

Eon blickt positiv in die Zukunft

Trotz Pandemie hat der größte deutsche Energieversorger Eon, der in Europa fast 53 Millionen Kunden mit Energie beliefert, seine Prognose für das laufende Jahr bestätigt. Der Teil-Lockdown hat bislang zu keinem Rückgang der Strom-und Gasnachfrage geführt.

Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal, sagte Eon-Finanzvorstand Marc Spieker, dass der zweite Lockdown „wirtschaftlich anders wirke“. Im April und Mai hatte der Konzern ein Minus von ca. 6 Prozent beim Energieabsatz zu verbuchen, bei den Industriekunden sogar ca. 10 Prozent. Seitdem habe der Energiebedarf  wieder das Niveau von vor der Krise erreicht, so dass nicht mehr mit größeren Belastungen für das Ergebnis 2020 zu rechnen sei.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), schrumpfte in den ersten neun Monaten um rund 300 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro. Derr bereinigte Überschuss sank auf 1,1 Milliarden Euro nach zuvor 1,3 Millarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 19,9 auf 43,3 Milliarden Euro, da der inzwischen vollständig übernommene Konkurrent Innogy mit einbezogen wurde.

Eon geht für das Geschäftsjahr 2020 weiterhin von einem bereinigten Ebit in der Bandbreite von 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro und einem bereinigten Konzernüberschuss von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro aus.

Uniper sagt geplantes LNG-Terminal in Wilhelmshaven vorerst ab

Die LNG Terminal Wilhelmshaven GmbH (LTeW), eine 100%ige Tochtergesellschaft des Energiekonzerns Uniper SE, stellt die bisherigen Planungen auf den Prüfstand, da wenig Interesse bei den Partnern bestehe, konkrete Kapazitäten für Importe des Rohstoffes fest zu reservieren. Man prüfe eine geringere Dimension und kürzere Laufzeiten.

Liquefied Natural Gas (LNG) ist durch Kälte verflüssigtes Erdgas. Dieses kann von den Produktionsstätten in allen Teilen der Welt per Schiff nach Deutschland transportiert werden.

Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und Kohlekraft wäre verflüssigtes Gas ein möglicher „Brückenträger“ in der Energiewende. Vor allem die Deutsche Umwelthilfe und lokale Initiativen wehrten sich gegen den geplanten Bau und dem damit verbundenen Import von Fracking-Gas. Das Projekt hatte die Unterstützung der Bundesregierung sowie der Landesregierung Schleswig-Holstein. Im Streit mit den USA um die Gaspipeline Nord-Stream 2, gilt dies auch als ein Rückschlag für die Bundesregierung. Die US-Regierung drängt darauf, dass Europa und Deutschland mehr amerikanisches LNG-Gas kaufen.

LTeW möchte am Standort Wilhelmshaven festhalten und überlegt neue Optionen der Nutzung, bspw. als Importhafen für umweltfreundliches Gas. Neben Wilhelmshaven laufen auch in Brunsbüttel, Stade und Rostock Planungen für LNG-Terminals.

Nord Stream 2: GAZPROM geht gegen polnische Milliardenstrafe vor Gericht

Der russische Gasmonopolist Gazprom geht gegen die polnische Millarden-Strafe, infolge des Baus der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 vor Gericht.

Der russische Konzern soll laut Auffassung der polnischen Kartell- und Verbraucherschutzbehörde UOKiK eine Strafe von ca. 29 Millarden Zloty (ca. 6,4 Mrd Euro) wegen unerlaubter Absprachen zahlen.

Hintergrund ist der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2, bei dem mehrere Firmen Absprachen getroffen haben sollen, ohne die Entscheidungen der polnischen Behörden abzuwarten. Auch Projektplaner von Gazprom, darunter die deutschen Firmen Uniper und Wintershall erhielten Strafen in Millionenhöhe. Polen ist gegen Nord Stream 2, welches russisches Gas nach Deutschland für den europäischen Markt durch die Ostsee pumpen soll, da dieses Projekt den Einfluss Russlands in Europa stärke und etwa die Rolle des Gas-Transitlandes Ukraine schwäche.

Gazprom ist das weltweit größte Erdgasförderunternehmen und mit 98 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung (2019), eines der größten Unternehmen Europas, sowie mit rund 473.800 Beschäftigten (2019)einer der größten Arbeitgeber Russlands. Der russische Staat hält 50 Prozent und eine Aktie an dem Unternehmen, sowie im Aufsichtsrat die Mehrheit der Sitze.

Nach eigenen Angaben produzierte Gazprom 2019 ca. 501,2 Milliarden Kubikmeter Gas und leitete 679 Milliarden Kubikmeter Gas durch sein 175.200 km langes Pipeline-Netzwerk.

Gazprom kontrolliert das russische Pipeline-Netz und verfügt dadurch faktisch über ein Monopol für dessen Export. Andere russische Erdgasproduzenten, unabhängige Unternehmen oder Beteiligungen von Gazprom sind auf dieses Netz angewiesen.

 

USA offiziell aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgetreten

Der von Donald Trump am 1. Juni 2017 angekündigte Austritt aus dem Übereinkommen, ist am 4.November 2020 in Kraft getreten. Damit sind die USA das einzige Land, welches das Klimaabkommen verlassen hat.

Das Übereinkommen von Paris ist eine Vereinbarung von 195 Vertragspartnern der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), mit dem Ziel des Klimaschutzes in Nachfolge des Kyoto-Protokolls. Das Abkommen sieht u.a. die Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber vorindustrieller Werte vor.

Das Klimaschutzabkommen trat am 4. November 2016 in Kraft, nachdem 55 Staaten, die zudem mindestens 55 Prozent der Emmissionen verursachen, die Ratifizierung abgeschlossen hatten. Am 3. November  2016 ratifizierten insgesamt 92 Staaten das Abkommen. Zudem hatten 163 Staaten Klimaschutzpläne ausgearbeitet, für die Bundesrepublik Deutschland ist dies der Klimaschutzplan 2050.

Donald Trump bezeichnete den Klimawandel als eine Erfindung der Chinesen und auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Erderwärmung hielt er für reine Meinungsmache. Die internationale Vereinbarung würde den USA einseitig schaden. Das Datum des Austritts fällt zufällig auf den Tag der US-Wahl: erst 2 Jahre nachdem das Paris-Abkommen in Kraft getreten ist, kann ein Staat seinen Austritt erklären, ein weiteres Jahr später wird der Austritt wirksam.

Donald Trump hat viele politischen Vorgaben zum Klima-und Umweltschutz rückgängig gemacht, bspw. Emmissionsstandards für Autos, oder Umweltauflagen für Kohlekraftwerke.

Mit dem Austritt fällt die USA auch als Geldgeber im internationalen Klimaschutz aus. Die Industriestaaten haben gemeinsam zugesagt, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar zu mobilisieren, damit auch die Entwicklungsländer ihre Energieversorgung klimafreundlich ausbauen können.

Falls Joe Biden US-Präsident wird, hat er angekündigt die USA zurück in die internationale Gemeinschaft zu bringen, also auch dem Pariser-Klimaschutzabkommen wieder beizutreten.

Deutsch-französisches Energieforum: Europa post-Covid-19

Das deutsch-französische Büro für die Energiewende, hat in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der französischen Botschaft in Deutschland, zur dritten Ausgabe des deutsch-französischen Energieforums eingeladen.

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050, den Ausbau der erneuerbaren Energien entschieden voranzutreiben und Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt werden zu lassen. Neben nationalen Strategien zum Klimaschutz erfordert dieses Vorhaben internationale Koordinierung und Kooperation.

Die EU-Kommission und verschiedene nationale Regierungen haben trotz der Corona-Pandemie ihre Absicht bekräftigt, an diesem Vorhaben festzuhalten. Das Energieforum bietet Entscheidungsträgern und Experten aus Politik, Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Möglichkeit sich auszutauschen und entsprechende Maßnahmen zu diskutieren. Hierbei soll es vor allem um die Gestaltung und das Zusammenspiel (trans-)nationaler Vorgaben und Fahrpläne zur Reduzierung von Treibhausgasen gehen.

Außerdem werden im Rahmen des Energieforums verschiedene Beispiele vorgestellt, die bereits heute einen praktischen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten bzw. einen solchen Beitrag leisten können. Ein besonderer Fokus liegt auf den bereits bestehenden und zukünftigen transnationalen Projekten zwischen Deutschland und Frankreich.

Das Forum widmet sich auch der Frage, wie die europäische Wirtschaft nachhaltig umgestaltet werden kann. Hier wird Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern die Möglichkeit gegeben, Fördermöglichkeiten sowie den Mehrwert klimafreundlicher Investitionen zu diskutieren und darzustellen, inwieweit grünes Wachstum eine Perspektive zum wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona -Krise sein kann.

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