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Siemens Gamesa zieht sich aus China zurück

Siemens Gamesa muss zum zweiten Mal hintereinander eine Gewinnwarnung herausgeben. Unternehmenschef Andreas Nauen gab am Freitag bekannt, dass der lokale Direktvertrieb in China aufgegeben wird, jedoch weiterhin Windturbinen in China produziert werden sollen, die dann nach Japan exportiert werden. Ebenso steht das Russland-Geschäft auf dem Prüfstand. Darüber hinaus sollen auch die Preise angehoben werden, da es starke Preisschwankungen beim Rohstoffmaterial , bspw. bei Stahl, gegeben habe. Zudem plant das Unternehmen eine Preiserhöhung für neue Windturbinen um drei bis fünf Prozent.

Siemens Gamesa ist ein international tätiger und börsennotierter Hersteller von Windkraftanlagen mit Sitz in Spanien und gehört zu 67 Pozent zu Siemens Energy.

Trotz Energiewende ist das deutsche Stromnetz so zuverlässig wie nie

Kritiker warnen vor flächendeckenden Stromausfällen seitdem Deutschland vor mehr als zwei Jahrzehnten die Energiewende vollzogen hat, da die gut zu kalkulierenden Atom-und Kohlekraftwerke vom Netz gehen und der Stromertrag somit von Wind und Wetter abhängt.

Die Bundesnetzagentur hat am heutigen Montag, 23.8. die Zahlen zu Unterbrechungen der Stromversorgung im Jahr 2020 veröffentlicht. Der Präsident der Bundesnetzagentur , Jochen Homann, sagte: “ Die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in Deutschland war im Jahr 2020 erneut sehr gut. Die bisher niedrigste Ausfallzeit des Jahres 2019 konnte im Jahr 2020 erneut unterboten werden. Die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung haben weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungskapazität.“

2020 bekam jeder Haushalt und jedes Unternehmen im Schnitt rund 10,73 Minuten keinen Strom, teilte die Agentur in Bonn mit. Somit waren die bundesweiten Versorgungsunterbrechungen 1,47 Minuten kürzer als im Vorjahr. Am längsten waren die Menschen in Rheinland-Pfalz ohne Strom (ca. 19,5 Minuten), am kürzesten waren die Versorgungsunterbrechungen in Mecklenburg-Vorpommern (ca. 8,3 Minuten).

Eine Milliarde Euro für die Zukunft der Autoindustrie

Die Bundesregierung hat eine Milliarde Euro bis 2025 zugesagt, um die Autoindustrie bei sauberen Antrieben zu unterstützen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte nach dem Autogipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Vertretern der Länder und der Branche, dieser „Zukunftsfonds“stehe nun bereit. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) teilte hierzu mit: “ Wir wollen, dass die Mobilität „made in Germany“ ist. “

Konkret sollen laut Wirtschaftsministerium 340 Millionen Euro für regionale „Transformationsnetzwerke“ bereit gestellt werden, um Akteure vor Ort zusammenzubringen und Strategien zu entwickeln. Weitere 340 Millionen Euro sollen digitale Lösungen voranbringen. Rund 320 Millionen Euro sollen u.A. mittelständischen Firmen bei Umstellungen der Produktion auf E-Antriebe und Brennstoffzellen unterstützen.

Shell zahlt Millionenstrafe an Nigeria

Der Ölkonzern muss wegen Umweltverschmutzung im Niger-Delta eine Millionen-Entschädigung an Gemeinden im Südosten Nigerias zahlen.

Die nigerianische Tochter des britisch-niederländischen Unternehmens, SPDC, akzeptierte am Mittwoch eine Strafzahlung in Höhe von knapp 95 Millionen Euro. Hiermit geht ein jahrelanger Rechtsstreit zu Ende, in welchem es um Umweltschäden durch Öl-Lecks in den 1970er Jahren ging.

Shell wurde bereits 2010 wegen der Ölverschmutzung verurteilt, das Unternehmen hat das Urteil allerdings mehrmals ohne Erfolg angefochten. Jetzt einigte sich der Konzern mit den Klägern auf einen Vergleich. Shell blieb aber bei seinem Standpunkt, dass die Öl-Lecks durch Sabotageaktionen während des Bürgerkrieges in Nigeria von 1967 bis 1970 verursacht wurden.

Dies ist bereits der zweite Rückschlag in diesem Jahr für den Konzern: Klimaaktivisten hatten Shell verklagt und bekamen vor dem Bezirksgericht in den Niederlanden recht. Der Mineralölriese muss den Ausstoß von CO2 bis 2030 um netto 45 Prozent im Vergleich zu 2019 senken. Das Gericht befand, “ dass Shell einen Beitrag im Kampf gegen gefährlichen Klimawandel leisten muss.“

Verbraucherzentralen bewerten Ankündigungen der Parteien zu Strompreissenkungen positiv

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), fordert Entlastungen bei den Energiekosten.

Der VZBV hat die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl im Hinblick auf verbraucherpolitische Kernforderungen analysiert. Hierzu zählen Themen wie Altersvorsorge oder Lebensmittelsicherheit, aber auch ein bezahlbarer Klimaschutz. Bei den Parteien bestehe Einigkeit die Strompreise abzusenken, z.B. über eine Abschaffung der Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Union, SPD und FDP kündigten diesen Schritt in ihren Wahlprogrammen an. Die Grünen sehen eine Reform der Abgaben und Umlagen beim Strompreis vor, die Linken streben eine Reform des EEG an.

Die von FDP und Grünen vorgesehene Rückzahlung der Einnahmen aus der nationalen CO2-Bepreisung an die Verbraucher in Form eines Pro-Kopf-Bonus bewertet der VZBV positiv.

Der Wirtschaftsrat der CDU fordert indessen, die EEG-Umlage noch in der laufenden Legislaturperiode abzuschaffen, da diese ein wichtiger Kostentreiber bei den Strompreisen sei und Verbraucher sowie Unternehmen unverhältnismäßig belaste. Die im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hohen Energiekosten würden immer mehr zu einem strukturellen Standortrisiko.

 

Bund erzielt durch CO2-Zertifikate Rekordsummen

Die Ausgabe von CO2-Zertifikaten, auch Verschmutzungsrechte genannt, ist seit 2005 ein wichtiger Baustein der europäischen Klimaschutzpolitik.

Ein CO2-Zertifikat berechtigt dazu, innerhalb einer bestimmten Periode eine Tonne Kohlendioxid zu produzieren. Am Ende des festgelegten Zeitraums muss das Unternehmen nachweisen, dass seine gesamten Emissionen durch Zertifikate abgedeckt sind. Diese Zertifikate muss es über den Europäischen Emissionshandel kaufen. Zusätzlich zum Europäischen Emissionshandel gibt es in Deutschland seit 2021 ein nationales Emissionshandelssystem, die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt).

Laut Bericht der DEHSt vom August 2021, hat der Bund bis Juni 2021 mit der Versteigerung von CO2-Zertifikaten fast 2,4 Milliarden Euro eingenommen, hiermit ist das Ergebnis des vergangenen Jahres von rund 2,7 Milliarden Euro schon fast erreicht-die bisherigen Rekordeinnahmen von 2019 in Höhe von 3,2 Milliarden Euro werden somit wohl übertroffen werden.

Für jede Tonne ausgestoßenes CO2 muss ein Zertifikat wieder an die Emissionshandelsstelle zurück gegeben werden. Wer nicht alle Zertifikate verbraucht, kann die restlichen verkaufen. Wer mehr zusätzliches CO2 verursacht, muss zusätzliche Zertifikate einkaufen, z.B. über Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig.

2020 kostete ein CO2-Zertifikat im Durchschnitt knapp 25 Euro, bis Juni 2021 stieg die Notierung auf mehr als 52 Euro. Der Preisanstieg hängt u.A. mit der sinkenden Zahl der zur Verfügung stehenden Zertifikate zusammen.

Die gestiegenen CO2-Handelspreise betreffen auch direkt den Verbraucher, da sie zusammen mit höheren Brennstoffkosten die Hautursache für den teuren Strom sind.

 

Fit for 55: EU- Klimaneutralität bis 2050

Das neue „Fitnessprogramm“ der EU soll bis 2050 zur Klimaneutralität führen. Dieses politische Versprechen wird auf Basis eines Gesetzes vom April 2021 in eine Verpflichtung gewandelt. Nach 2050 strebt die EU sogar negative Emissionswerte an.

Die EU-Kommission will am Mittwoch, den 14.07.2021, ein Maßnahmenpaket präsentieren, mit dem die EU ihr ambitioniertes Klimaziel für zunächst 2030 erreichen soll. Das Klimagesetz enthält drei Hauptziele:

– Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % (Fit for 55), gegenüber dem Stand von1990

– Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf mindestens 27 %

-Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 27 %

Die deutsche Industrie hat nun von der EU umfassende Maßnahmen gefordert, damit die höheren Klimaziele erreicht werden können. Sie erwarte vom Klimaschutzpaket der Kommission ein klares Bekenntnis zum Industrie- und Innovationsstandort Europas.

Im Zentrum müsse eine ausreichende Menge erneuerbarer Energien zu wettbewerbsfähigen Preisen sowie der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft stehen;  im Transportsektor komme es auf eine Dekarbonisierung sowie auf den konsequenten Ausbau von Lade- und Tankinfrastrukturen an.

Versorgung aus erneuerbaren Energiequellen geht 2021 zurück

Ökostrom aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energiequellen hat im ersten Halbjahr 43 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland gedeckt – 7 Prozentpunkte weniger als im Vorjahreszeitraum. Vor allem das 1. Quartal war ungewöhnlich windstill und arm an Sonnenstunden. Im ersten Halbjahr 2020 habe es dagegen Rekorde bei der Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie an Land gegeben.

Dies geht aus Berechnungen des Energieverbands BDEW und des Zentrums für Sonnenenergie-und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hervor.

Allerdings sind die Werte für das Jahr 2020 auch vom deutlich niedrigeren Stromverbrauch des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 beeinflusst, wie der BDEW betonte. Da die Erneuerbaren-Quote als Anteil am Stromverbrauch ausgewiesen wird, führt ein geringerer Verbrauch allein schon zu einem Anstieg des prozentualen Wertes. In diesem Jahr habe der Stromverbrauch wieder auf dem üblichen Niveau gelegen.

Der Ausbau erneuerbarer Energien gilt als entscheidend, damit die von der Politik beschlossenen ambitionierten Klimaziele erreicht werden können. Das Tempo müsse deutlich angezogen werden, forderte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Für das höhere CO2 – Einsparziel ist ein Anteil von mindestens 70 Prozent erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 erforderlich.“

Deutschland hat die höchsten Strompreise in Europa

Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes, liegt Deutschland bei den europäischen Strompreisen erneut an der Spitze. Im Jahr 2019 hatte Deutschland die Position als Staat mit den höchsten Strompreisen in Europa von Dänemark übernommen. Im Jahr 2020 sind die Kosten nochmals gestiegen. Steuern, Abgaben und Umlagen machen hierbei etwa die Hälfte der Kosten für die Verbraucher aus, dagegen wird der Strom in Europa insgesamt günstiger.

Kleine Haushalte mit einem Stromverbrauch von 1200 Kilowattstunden mussten demnach im vergangenen Jahr 34,30 Cent je Kilowattstunde zahlen, 2019 waren es noch 33,49 Cent. Auch für größere Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden sei es deutlich teurer geworden. Sie zahlten den Angaben zufolge im Schnitt 30,43 Cent pro Kilowattstunde nach 29,83 Cent im Vorjahr.

Im europäischen Durchschnitt sind die Strompreise gesunken: Im Euroraum um 0,53 Cent auf 22,47 Cent je Kilowattstunde und in den Ländern der europäischen Union um 0,5 Cent auf 21,26 Cent.

Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft setzt sich der Strompreis aus Steuern, Abgaben und Umlagen mit einem Anteil von rund 51 Prozent am Haushaltsstrompreis zusammen. Der Anteil der Netzentgelte betrage 25 Prozent, Beschaffung und Vertrieb hätten einen Anteil von 24 Prozent.

Hackerangriff auf US-Pipeline

Die US-amerikanische Bundespolizei FBI hat am 10. Mai 2021 bestätigt, dass Colonial Pipeline von der Hacker-Gruppe „Dark Side“ angegriffen wurde.

Colonial liefert Benzin und andere Erdölprodukte in den Süden und Osten der USA. Die Pipeline gilt als die größte ihrer Art in den USA und transportiert fast die Hälfte des an der Ostküste verbrauchten Kraftstoffs. Jeden Tag fließen mehr als 2,5 Millionen Barrel (ein Barrel entspricht 159 Liter) Benzin, Diesel, Kerosin und andere Erdölprodukte durch die Rohrleitungen.

Auf ihrer Website haben sich die Hacker zu Wort gemeldet: „Unser Ziel ist Geld zu machen und nicht Probleme für die Gesellschaft“, so das Statement. Nach dem Hackerangriff auf die Pipeline, hat die Regierung in Washington den nationalen Notstand ausgerufen. Ziel sei es, „den sofortigen Transport von Benzin, Diesel, Kerosin und anderen Erdölprodukten sicherzustellen.“ Das gesamte Rohrleitungsnetz der Betreiberfirma Colonial musste vorübergehend stillgelegt werden.

Bei der Cyberattacke setzten die Angreifer nach Unternehmensangaben eine sogenannte Ransomware ein. Mit diesem Schadprogramm versuchen Hacker, Computersysteme zu sperren oder zu verschlüsseln und von den Nutzern Geld für die Freigabe der Daten zu erpressen.

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