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EU prüft Entschädigung des Braunkohle-Ausstiegs

Die Wettbewerbshüter der EU prüfen die Entschädigung des Bundes in Höhe von 4,35 Milliarden Euro an die Kraftwerksbetreiber RWE und Leag (Lausitz Energie AG) , für den Ausstieg aus der Braunkohle.

Für Deutschlands größten Stromerzeuger RWE sind 2,6 Milliarden Euro vorgesehen, für Leag 1,75 Milliarden Euro. Sie sollen damit für entgangene Gewinne und zusätzliche Tagebaufolgekosten entschädigt werden. Der Bundestag hatte im Januar einen entsprechenden Vertrag gebilligt, nachdem Bundestag und Bundesrat im Juli 2020 den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 besiegelt hatten, um den CO2-Ausstoß zu senken.

Die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager erklärte, dass der schrittweise Braunkohle -Ausstieg zu dem EU-Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft zwar beitrage, allerdings müsse die Kommission aber sicherstellen, „dass der Ausgleich, der den Anlagebetreibern für den vorzeitigen Ausstieg gewährt wird, auf das erforderliche Mindestmaß beschränkt wird“.

Brüssel zweifelt nun an den übermittelten Informationen zur Berechnungsgrundlage, insbesondere an bei Leag.

Das Freiburger Ökoinstitut hatte bereits kurz nach dem Entschädigungsbeschluss geschätzt, dass die Entschädigungen um bis zu 2 Milliarden zu hoch ausfallen könnten.

Nord Stream 2 verliert weitere deutsche Unternehmen

Die Liste der Firmen, die das Gas-Pipelineprojekt Nord Stream 2 wegen der US- Sanktionen verlassen, wird länger. Die meisten davon sind Versicherungskonzerne, wie beispielweise die Munich Re Syndicate Ltd., die der Projektgesellschaft jetzt gekündigt hat und somit die weiteren Projekte der Pipeline nicht mehr versichern wird.

Die angedrohten Sanktionen der US-Regierung gegen die Ostseepipeline scheinen hiermit zu wirken. In einem Bericht des US-Außenministeriums an den Kongress am vergangenen Freitag heißt es, dass sich bereits 18 Unternehmen aus dem Projekt zurückgezogen hätten. Stichtag hierfür war der 31. Januar 2021. Firmen, die danach direkt oder indirekt beteiligt sind, müssen weiterhin Sanktionen befürchten.

Aral beschleunigt Ausbau von Ultraschnelllade-Säulen

Die BP-Tochter Aral will das Netz mit ultraschnellen E-Ladesäulen unter dem neuen Namen „Aral pulse“ schneller ausbauen, als bislang geplant. Bis zum Jahresende sollen 500 Ladepunkte mit bis zu 250 Kilowatt Ladeleistung an über 120 Aral Tankstellen in Betrieb gehen. Wie Aral Vorstand Patrick Wendeler berichtet, soll die Anzahl der Ladepunkte in diesem Jahr verfünffacht werden. „Angesichts der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ist die Zeit reif, auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur zu beschleunigen.“, so Patrick Wendeler.

Aral vereint ab sofort alle Aktivitäten im Bereich der E-Mobilität unter dem neuen Namen Aral pulse. Das Herzstück des neuen Aral pulse Logos ist ein Elektron in Bewegung. Die Ladesäulen erhalten dieses neue Design und heben sich somit optisch von den Tanksäulen ab. Bereits installierte Schnelllader werden in den nächsten Wochen auf das neue Erscheinungsbild umgestaltet. Für Flottenkunden entwickelt Aral mit der Aral Fuel & Charge Karte Lösungen für die gewerbliche E-Mobilität vom Zugang zum öffentlichen Ladenetz bis hin zum Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur sowie einer App.

Bis Ende Februar will das Unternehmen 100 Ladepunkte an 25 Tankstellen in Eigenregie in Betrieb nehmen. Diese sollen 100 Prozent Ökostrom liefern und je nach Standort über eine Ladeleistung von bis zu 300 oder 350 Kilowatt verfügen. Laut Aral soll ein Fahrzeug mit entsprechender Akkutechnik, innerhalb von 10 Minuten Strom für eine Reichweite von bis zu 350 Km laden können. Dies entspricht einer Autofahrt ohne Zwischenstopp von Bochum nach Hamburg.

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche einen Gesetzentwurf  auf den Weg gebracht, mit dem der Ausbau eines Schnellladenetzes vorangetrieben werden soll. Geplant sind 1000 Schnellladehubs mit jeweils mehreren Ladepunkten bis zum Jahr 2023. Die Stationen sollen eine Leistung von mehr als 150 Kilowatt haben. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums gibt es aktuell ca. 800 Ladepunkte über 150 Kilowatt, etwa 2,4 Prozent der gesamten öffentlich zugänglichen Ladepunkte.

Bill Gates investiert Milliarden in Klimaschutz

Anlässlich der Vorstellung seines neuen Buches „Wie wir die Klimakatastrophe verhindern“, kündigte der Microsoft-Gründer Bill Gates an, in den kommenden fünf Jahren, zwei Milliarden Dollar in Klimaschutzprojekte investieren zu wollen. Hierbei wolle er hauptsächlich entsprechende Start-ups sowie andere Projekte berücksichtigen.

Aus seiner Sicht braucht der Kampf gegen den Klimawandel einen kräftigen Innovations- und Investitionsschub. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts sei eine Verfünffachung der globalen staatlichen Forschungsausgaben in saubere Energien und andere Klimainnovationen notwendig. Die deutsche Autoindustrie soll mit mehr Tempo die Entwicklung von E-Autos vorantreiben. Mit Ausnahme von Norwegen schreite die Verbreitung von E-Autos nur langsam voran. Die Kernkraft sei unerlässlich, da die Solar-und Windenergie aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit bei der Stromerzeugung nicht ausreichten.

In seinem Buch fordert Gates, das Absinken der CO2-Emissionen bis 2050 auf null, um riesige Umwelt-und Wirtschaftsschäden zu vermeiden. Außerdem nötig seien u.a. CO2-Steuern, Zertifikatehandel und die Förderung alternativer Energien.

 

 

Altmeier plant die komplette Abschaffung der EEG-Umlage

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier plant einen Systemwechsel bei der EEG-Umlage um Wirtschaft und Verbraucher zu entlasten.

Da die Förderung höherer Ausbauziele beim Ökostrom viel Geld kostet, schlägt das Wirtschaftsministerium vor, die milliardenschwere EEG-Umlage mittelfristig abzuschaffen. Um die Strompreise nachhaltig zu stabilisieren, sollen bei der Förderung der erneuerbaren Energien alle neuen Wind-, Photovoltaik- oder Biomasseanlagen, die ab 2022 in Betrieb genommen werden, über Steuergeld finanziert werden. Somit würde der Ausbau der Erneuerbaren künftig aus dem Haushalt finanziert werden und nicht mehr über die EEG-Umlage von 6,5 Cent pro Kilowattstunde für Betriebe und Privathaushalte.

Altmeier (CDU) plant allerdings einen kompletten Systemwechsel, den auch Olaf Scholz (SPD) fordert. Beide verfolgen das gleiche Ziel: Wenn Deutschland bis 2050 klimaneutral werden und auf fossile Energien verzichten will, läuft alles auf strombasierte Anwendungen hinaus (etwa Wärmepumpen zum Heizen oder E-Mobilität bis in die Industrie).

Dies wird allerdings den Bedarf an erneuerbarem Strom explodieren lassen, zumal dieser Strom auch noch zu wettbewerbsfähigen Preisen geliefert werden müsste.

Der Ölkonzern Royal Dutch Shell rutscht tief in die roten Zahlen

Der  Ölkonzern ist schlechter als erwartet durch das vierte Quartal gekommen. Das Unternehmen hat das Jahr 2020 mit einem Milliardenverlust abgeschlossen.

Infolge der Pandemie und des deswegen stark eingebrochenen Ölpreises, verzeichnet Shell 2020 ein Minus von ca, 22 Milliarden US-Dollar. 2019 hatte Shell noch 15,8 Milliarden US-Dollar erzielt. Der Umsatz brach um fast die Hälfte auf 180 Milliarden US-Dollar ein. Der Ölpreisverfall hat auch dazu geführt, dass der Wert von Unternehmensbeteiligungen stark gefallen ist und Shell somit hohe Summen abschreiben musste. Das Ergebnis fiel noch schlechter aus, als Experten es erwartet hatten.

Im September hatte der Konzern einen Stellenabbau angekündigt: Bis Ende 2022 sollen 7000 bis 9000 Stellen gestrichen werden. Hierdurch sollen die jährlichen Kosten um 2 bis 2,5 Milliarden US-Dollar gesenkt werden.

Für Anleger gibt es dennoch eine gute Nachricht: Shell will die Quartalsdividende im ersten Quartal leicht anheben. Shell hatte die Ausschüttung, die für viele Investoren ein wichtiger Grund für die Anlage in das Shell-Papier waren, massiv gekürzt.

Große Anlage zur Produktion von Wasserstoff geplant

Voraussichtlich ab 2025 soll auf dem Gelände des stillgelegten Kohlekraftwerkes Moorburg in großem Stil grüner Wasserstoff produziert werden. Die Stadt Hamburg hat dazu ein Bündnis mit Industriekonzernen geschmiedet.

Die Unternehmen Shell, Mitsubishi Heavy Industries, Vattenfall sowie die Kommunale Wärme Hamburg planen, wie sie künftig gemeinsam Wasserstoff aus Wind- und Solarkraft am Kraftwerksstandort Hamburg-Moorburg erzeugen und im Umfeld nutzen können. Dazu haben die vier Unternehmen eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Neben der Errichtung eines Elelektrolyseurs  mit einer noch skalierbaren 100 Megawatt Leistung ist auch die künftige Entwicklung des Standorts zu einem „Green Energy Hub“ vorgesehen. Hierbei wird auch untersucht, inwieweit die bestehende Infrastruktur des Standorts Moorburg künftig zur Energieerzeugung auf Basis Erneuerbaren Energien genutzt werden kann. Dabei sollen auch weiterführende Konzepte wie die notwendigen Logistikketten und Speichermöglichkeiten für Wasserstoff mitgedacht werden. Vorbehaltlich einer finalen Investitionsentscheidung kann die Erzeugung grünen Wasserstoffs nach jetzigem Planungsstand am Standort voraussichtlich im Laufe des Jahres 2025 erfolgen. Damit würde der Elektrolyseur zu einer der größten Anlagen in Europa.

Die Partner beabsichtigen, Fördermittel im Rahmen des EU-Programms „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) zu beantragen.

Aus Sicht der Partnerunternehmen verfügt der Energiestandort über ideale Voraussetzungen für die weitere Nutzung. Er ist sowohl an das nationale 380.000 Volt Übertragungsnetz als auch an das 110.000 Volt-Netz der Stadt Hamburg angebunden. Darüber hinaus können Überseeschiffe den Standort direkt anlaufen und die Kai-und Hafenanlage als Importterminal nutzen. Die städtische Gasnetzgesellschaft will zudem binnen zehn Jahren ein Wasserstoffnetz im Hafen ausbauen und arbeitet damit schon jetzt an der nötigen Verteil-Infrastruktur. Im Umkreis des Standorts sind zahlreiche potentielle Abnehmer für grünen Wasserstoff angesiedelt, so dass die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette-von der Erzeugung über die Speicherung und den Transport hin zur konkreten Anwendung in den unterschiedlichen Sektoren-vor Ort abgebildet werden kann.

Die vier Unternehmen können bei ihrem Vorhaben zur Bildung eines Konsortiums auch auf die Unterstützung des Hamburger Senats zählen.

 

 

Altmeier will die EEG-Umlage streichen

Bei einer Energiekonferenz in Berlin äußerte  Bundeswirtschaftminister Peter Altmeier, dass aus seiner Sicht und der der SPD, die EEG-Umlage auf den Strompreis in Zukunft abgeschafft werden soll. Sein Ziel sei es, dass die Erneuerbaren-Energien-Umlage in den nächsten 5 Jahren schrittweise abgesenkt und letztendlich ganz abgeschafft werden soll. Dies sei seiner Meinung nach allerdings erst nach der Wahl einer neuen Regierung im Herbst möglich.

Altmeier geht davon aus, dass der Klimaschutz im Energiesektor schnell vorankommen wird. Bereits in 20 Jahren werde er klimaneutral sein. Bislang hat die Regierung beschlossen, dass spätestens 2038 das letzte Kohlekraftwerk vom Netz geht.

Durch die Verschärfung des EU-Klimaziels für 2030 erwartet er auch ein höheres für Deutschland. Der Ausstoß von Treibhausgasen werde anstatt wie bislang geplant 50 Prozent, 60 Prozent weniger betragen müssen.

Ökostromförderung erreicht Rekordhöhe

Die Erzeuger von Ökostrom haben 2020 ca. 23 Milliarden Euro aus der sogenannten EEG-Umlage erhalten. Die EEG-Umlage muss von den meisten Verbrauchern gezahlt werden. Sie gleicht die Differenz zwischen den garantierten Vergütungen und den tatsächlich an den Strombörsen erzielbaren Erlösen zu einem großen Teil aus. Weitere rund 7 Milliarden Euro erhielten die Betreiber von Photovoltaik-, Windkraft,- oder Biomasseanlagen aus Bundeszuschüssen. Somit war die deutsche Ökostromförderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz so teuer wie nie zuvor.

Verantwortlich für die höheren EEG-Subventionen ist die Corona-Krise, die im Frühjahr 2020 zu einem Preisverfall für die Elektrizität im Großhandel führte, dies zog hohe Differnzzahlungen nach sich. Die Bundesregierung hatte die EEG-Umlage auf 6,5 Cent je Kilowattstunde gedeckelt. Damit sollte die Belastung für die Verbraucher begrenzt werden. Ohne die staatlichen Zuschüsse wäre die Umlage nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber fast 9,7 Cent je Kilowattstunde gestiegen.

Enercon und EWE bringen Gemeinschaftsunternehmen auf den Weg

Die Aloys Wobben Stiftung (AWS), Alleingesellschafterin des Auricher Windenergieanlagenherstellers ENERCON, und der Oldenburger Energiedienstleister EWE sind der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zum Ausbau der Windenergie an Land einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Die Partner unterzeichneten eine entsprechende Gesellschafter- und Investitionsvereinbarung. Darin ist festgelegt, dass beide Seiten je 50 Prozent der Anteile halten und die Bestandparks und Onshore-Projekte von ENERCON und EWE in das künftige Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden. Ziel ist es, sich in den kommenden Jahren zu einem der größten Erzeuger von Grünstrom in Deutschland und Frankreich zu entwickeln und auch international zu wachsen. Vorgesehen sind Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund vier Milliarden Euro bis zum Jahr 2030.

Heiko Janssen, Vorstandsvorsitzender der AWS erklärte, dass mit der Unterschrift das gemeinsame Vorhaben bekräftigt werde, einen neuen starken Akteur im Erneuerbaren- Sektor zu schaffen. Die Energiewende soll in Deutschland und international entscheidend vorangebracht werden. Beide Häuser verbinde ein klares Bekenntnis zu 100%- Erneuerbare, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Schöpfungserhalt.

Bernhard Bramlage, Vorsitzender des EWE-Aufsichtsrates betonte, dass das neue Unternehmen über mehr als 2.300 Megawatt installierte Leistung im Bestand und eine Projektpipeline von über 9.400 Megawatt verfügen werde. Damit sei man Marktführer im Bereich Onshore Wind in Deutschland. Ziel sei es, mehr als 200 Megawatt Zubau jährlich zu realisieren und den Bestand auf bis zu 5 Gigawatt in 2030 zu steigern.

AWS und EWE hatten ihre Pläne für eine Zusammenarbeit bereits Ende April öffentlich gemacht und angekündigt, wesentliche Eckpunkte bis Jahresende klären und vertraglich fixieren zu wollen. Im September initiierten die Partner gemeinsam einen Windgipfel in Aurich und unterzeichneten den von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies eingebrachten „Auricher Appell“. Darin forderten Politik und Wirtschaft in einem Schulterschluss die Beschleuigung des Ausbaus und die Anpassung gesetzlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen. EWE hat Anfang Dezember zudem verkündet, bis 2035 selbst klimaneutral zu sein.

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