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TenneT stellt Beschleunigungs-Programm für Offshore-Windkraft vor
20.02.2012 23:00 Uhr
Strom-News
Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat ein Beschleunigungs-Programm für die Offshore-Windkraft vorgestellt. Die Maßnahmen umfassen einen Dreiklang aus verbindlicher Offshore-Langfristplanung, Klärung der gesetzlichen Haftung und Gründung einer Deutschen Gleichstrom-Netzgesellschaft.
Eine langfristig geplante Offshore-Entwicklung erlaubt den bestmöglichen Einsatz von Personal, Fertigungskapazität sowie Kapital. Künftig sollten Offshore-Anschlussleitungen dem Vorschlag zufolge - wie das Transportnetz an Land - auf Basis eines 10-Jahres-Offshore-Netzentwicklungsplans errichtet werden. Frühzeitige Planungen und Standardisierungen insbesondere der Anschlussleistung sind der Schlüssel zu hoher Planungssicherheit für Windparkbetreiber, Behörden und Netzbetreiber. Außerdem ist nur so die Synchronisierung des Offshore-Ausbaus mit dem für den Abtransport zwingend erforderlichen Fortschritt des Netzausbaus an Land möglich.
Offshore-Anschlüsse sind noch "New Business". Daher ist auch zum Beispiel die derzeitige Gesetzeslage zur Haftung bei Nichtverfügbarkeit oder verspäteter Fertigstellung des Anschlusses umstritten. Deshalb bedarf es einer Klarstellung durch den Gesetzgeber. Die BundesNetzAgentur und das Bundeswirtschaftsministerium erkennen dies an. Die Klarstellung durch den Gesetzgeber sollte allerdings so schnell wie möglich erfolgen, damit sich die Anbindung von Offshore-Windparks nicht verzögert. TenneT schlägt hierzu vor, bei Nichtverfügbarkeit des Offshore-Anschlusses aufgrund verspäteter Herstellung oder Betriebsunterbrechung vorrangig Versicherungsschutz durch Sachversicherungen herzustellen. Die Haftung des Netzbetreibers sollte nach Auffassung von TenneT auf einen am Versicherungsmarkt tatsächlich bedienbaren Umfang beschränkt werden.
Die Herstellung von Offshore-Anschlüssen auf Gleichstrombasis und die Errichtung großräumiger Gleichstromverbindungen in Deutschland verlangen nicht nur beispiellosen Kapitaleinsatz, sondern auch eine eng koordinierte Planung. Deshalb schlägt TenneT die Gründung einer Deutschen Gleichstrom-Netzgesellschaft vor, die neue Offshore-Anschlussleitungen auf Gleichstrombasis und das künftige deutsche HGÜ-Netz planen, finanzieren, bauen und betreiben soll. TenneT ist bereit, sein Know-how und seine jahrelange Erfahrung aus diesen Bereichen als Anteilseigner in die neue Gesellschaft einzubringen.
Wichtigstes Etappenziel der Energiewende ist die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf mindestens 35 Prozent des Stromverbrauchs im Jahr 2020. Dabei wird von einer installierten Leistung von elf Gigawatt Offshore-Windkraft in der Nordsee ausgegangen. Die von TenneT bereits beauftragten Anschlussleitungen decken schon 5,3 Gigawatt ab. Das entspricht dem Verbrauch fünf Millionen Haushalten. Bis 2022 - dem Basisjahr des Nationalen Netzentwicklungsprogramms - ist entsprechend eine zusätzliche Offshore Anschlussleistung von sechs GW unterstellt. Um diese Entwicklung zu ermöglichen, schlägt TenneT das "Beschleunigungsprogramm Offshore" vor.
© 2012 stromkaufen.de
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