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    RWE gibt Gewinnwarnung heraus und kündigt Verkäufe an

    8.08.2011 16:38 Uhr

    Wasser-News


    RWE hat vier Maßnahmen zur Stärkung seiner Kapitalbasis angekündigt. Erstens stockt RWE das im Februar angekündigte Desinvestitionsprogramm von 8 auf bis zu 11 Milliarden Euro auf. Optionen für teilweise oder vollständige Veräußerungen sollen für den tschechischen Ferngasnetzbetreiber NET4GAS, die Beteiligung an Berlinwasser, für ausgewählte deutsche Aktivitäten im Vertriebs- und Netzgeschäft sowie für RWE Dea geprüft und bis Ende 2013 umgesetzt werden. Zudem erwägt RWE den Verkauf einiger Kohle- und Gaskraftwerke. Auch diese Veräußerungen sollen bis Ende 2013 realisiert sein.

    Zweitens untersucht RWE verschiedene Ansätze, wie die Investitionsausgaben des Konzerns deutlich reduziert werden können. Dazu gehören neue Modelle für Partnerschaften im Energiesektor, aber auch Einschnitte im geplanten Investitionsprogramm. Die Investitionen in Sachanlagen sollen 2012 und 2013 bei maximal 5 Mrd. Euro pro Jahr und in den darauffolgenden Jahren bei jeweils rund 4 Mrd. Euro liegen.

    Drittens wird das laufende Effizienzsteigerungsprogramm bis 2012 um weitere 100 Mio. Euro aufgestockt. Nach Ablauf dieses Programms im Jahr 2012 wird RWE neue Effizienzsteigerungen in Angriff nehmen. Details zu diesem neuen Programm will der Konzern im März 2012 veröffentlichen.

    Viertens ist eine Eigenkapitalmaßnahme geplant, die eine teilweise Nutzung des genehmigten Kapitals und den Verkauf von RWE- Aktien aus dem Eigenbestand umfasst. RWE erwartet einen Zufluss von Barmitteln in Höhe von rund 2,5 Mrd. Euro und will damit die Kapitalstruktur des Konzerns verbessern. Marktumfeld und Börsenentwicklung bestimmen die zeitliche Umsetzung der geplanten Kapitalmaßnahme.

    RWE muss den im Februar 2011 gegebenen Ergebnisausblick nach unten korrigieren. Grund sind die unvorhergesehenen Belastungen aus der deutschen Energiewende. Leicht verbesserte Ertragsperspektiven bei RWE Dea, RWE npower und im Bereich Zentralost-/Südosteuropa können die Belastungen nicht ausgleichen. Das EBITDA des Konzerns wird voraussichtlich um ca. 20% unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Im Februar hatten wir einen Rückgang um 15% prognostiziert. Für das betriebliche Ergebnis erwartet RWE jetzt ein Minus von 25% statt wie bisher 20% und für das nachhaltige Nettoergebnis ein Minus von 35% statt 30%.

    Der veränderte energiepolitische Rahmen hat auch in den kommenden Jahren erheblichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung. Den damit verbundenen Ertragseinbußen stehen allerdings auch positive Effekte gegenüber, so dass RWE die Prognose zur mittelfristigen Ergebnisentwicklung leicht anhebt. Im Jahr 2013 wird den Erwartungen zufolge das EBITDA bei 9,4 Mrd. Euro liegen und das betriebliche Ergebnis bei 5,9 Mrd. Euro. Für das nachhaltige Nettoergebnis rechnet der Konzern mit einem Wert von rund 2,5 Mrd. Euro.

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